Wenn der schwere Rammkernsondierbär auf dem Baufeld in Leipzig-Reudnitz zum ersten Mal zuschlägt, wissen Bauherren, dass die entscheidende Phase der Projektsicherung beginnt. Eine bodenmechanische Untersuchung startet hier selten mit einfachen Baggerschürfen, denn die quartären Lockergesteine der Leipziger Tieflandsbucht – geprägt von pleistozänen Schmelzwassersanden, tertiären Tonen und den berüchtigten, bis zu 8 Meter mächtigen Auelehmen – verlangen nach präziser, normgerechter Aufschlussbohrung nach DIN EN ISO 22475-1. Unser Bohrteam setzt sowohl schwere Raupengeräte für Trockenbohrungen im Geschiebemergel des Leipziger Nordraums als auch leichte Rammsonden für den innerstädtischen Bereich ein, wo die enge Bebauung in Stadtteilen wie Gohlis oder der Südvorstadt keine großen Geräteträger zulässt. Die aus den Sondierungen gewonnenen Bodenproben werden unmittelbar in unser Labor überführt, wo sie gemäß DIN 18196 klassifiziert werden – eine Grundvoraussetzung, um die oft unterschätzte Tragfähigkeitsproblematik der Leipziger Aueböden korrekt zu erfassen. Ergänzend zur Direktaufschlussbohrung setzen wir bei tiefgründigen Fragestellungen auf die Korngrößenanalyse, um die Frostempfindlichkeit und Kapillarität der anstehenden Sand-Kies-Gemische exakt zu bestimmen.
Die Leipziger Tieflandsbucht ist geologisch eine der komplexesten Ballungsregionen Mitteldeutschlands – hier entscheidet die Tiefenstaffelung der Auelehme über Gründungskosten.

Arbeitsumfang in Leipzig
- DIN-gerechte Drucksondierungen mit CPTu-Spitze zur kontinuierlichen Erfassung von Spitzendruck und Porenwasserüberdruck in den Leipziger Auelehmen
- Rahmenscherversuche im Labor zur präzisen Bestimmung der Scherparameter an ungestörten Sonderproben aus Liner-Bohrungen
- Mineralogische Phasenanalyse mittels Röntgendiffraktometrie zur Quantifizierung quellfähiger Tonminerale in tertiären Sedimenten
Demonstration video
Lokale geotechnische Bedingungen in Leipzig
Ein siebengeschossiger Wohnblock an der Georg-Schumann-Straße in Leipzig-Gohlis: Die Baugrube war ausgehoben, der Polier wartete auf die Bewehrungsabnahme, als sich nach einem Starkregenereignis im August 2023 der Aushub mit Grund- und Sickerwasser füllte. Die Baugrubenböschung, in sandigem Auelehm unter 60 Grad angelegt, begann zu fließen. Der Schaden belief sich auf sechsstellige Beträge, weil im Vorfeld keine bodenmechanische Untersuchung mit detaillierter hydrologischer Bewertung durchgeführt worden war. Der Leipziger Untergrund speichert in seinen quartären Rinnen gewaltige Mengen an Schichtenwasser, das selbst bei mittleren Elster-Pegelständen von 1,8 Metern am Pegel Leipzig nicht zur Ruhe kommt. Eine bodenmechanische Untersuchung in diesem Stadtgebiet muss zwingend die zeitliche Variabilität des Grundwasserspiegels abbilden, denn die Flurabstände in der Aue schwanken saisonal um bis zu 1,5 Meter. Noch kritischer wird es in den Randgebieten der ehemaligen Braunkohlentagebaue südlich von Leipzig, wo aufgefüllte Kippenböden mit unkontrollierter Lagerungsdichte und heterogener chemischer Zusammensetzung selbsttätige Setzungen von über 30 Zentimetern verursachen können – ein Risiko, das nur ein spezialisiertes Labor mit Erfahrung in Bergbaufolgelandschaften richtig einordnet.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum deckt die gesamte Kette der Baugrunderkundung in Leipzig ab – von der orientierenden Vorerkundung bis zum detaillierten Laborbericht mit Gründungsempfehlung.
Drucksondierung (CPTu) und Rammsondierung
Kombination aus schwerer Rammsondierung DPH nach DIN EN ISO 22476-2 und piezoelektrischer Drucksondierung CPTu zur kontinuierlichen Profilierung der Leipziger Auelehme. Liefert Schichtenverzeichnisse mit Spitzendruck, Mantelreibung und Porenwasserdruck für die Bemessung von Pfahlgründungen.
Fortgeschrittene Laborversuche
Triaxialversuche nach DIN EN ISO 17892-8 zur Ermittlung der effektiven Scherparameter unter drainierten und undränierten Bedingungen. Ödometerversuche zur präzisen Setzungsprognose bei Flachgründungen auf den kompressiblen Aueböden des Leipziger Gewässernetzes.
Gründungsberatung und Setzungsberechnung
Erstellung des Geotechnischen Berichts nach EC 7 mit charakteristischen Bodenkennwerten, Homogenbereichen und Bemessungsvorschlägen. Analytische und numerische Setzungsberechnungen für elastisch gebettete Gründungsplatten auf dem heterogenen Leipziger Baugrund.
Häufige Fragen
Welche bodenmechanischen Risiken bestehen speziell in der Leipziger Aue?
In der Elster-Pleiße-Aue dominieren bis zu 8 Meter mächtige holozäne Auelehme mit breiiger bis weicher Konsistenz und organischen Einschaltungen. Diese Böden weisen extrem niedrige Steifemoduln von teils unter 5 MN/m² auf und neigen bei Grundwasserschwankungen zu differenziellen Setzungen. Zusätzlich treten in Altarmen und verfüllten Flutrinnen Torflinsen auf, die als hydraulische Fenster wirken und die Baugrube unerwartet fluten können. Eine bodenmechanische Untersuchung muss hier zwingend die saisonale Variabilität des Grundwasserspiegels über mindestens drei Monate dokumentieren.
Wie tief muss eine Baugrunderkundung in Leipzig durchgeführt werden?
Die Erkundungstiefe richtet sich nach dem Gründungskonzept und der Baugrundschichtung. Für ein Einfamilienhaus mit Keller auf der Leipziger Hochfläche (Geschiebemergel) genügen 6 Meter unter GOK. Bei einem Mehrfamilienhaus mit Tiefgarage in der Aue muss die Erkundung bis in die tragfähigen pleistozänen Sande und Kiese in 10 bis 15 Metern Tiefe reichen. Bei Pfahlgründungen ist die Erkundung bis 3 Meter unter die prognostizierte Pfahlfußebene fortzusetzen, in Leipzig-Südwest oft 18 bis 22 Meter.
Welche Kosten entstehen für eine bodenmechanische Untersuchung in Leipzig?
Eine bodenmechanische Untersuchung mit Kleinbohrungen, Rammsondierungen und Laborgutachten liegt in Leipzig je nach Aufschlusspunkten und Analysetiefe zwischen 2.590 und 5.440 Euro. Der Preis umfasst die Feldarbeit, die bodenmechanischen Laborversuche nach DIN 18196 und den Geotechnischen Bericht mit Gründungsempfehlung. Der Aufwand steigt mit der Anzahl der Sondierungen und bei Sonderproben aus tieferen Horizonten für Triaxial- oder Kompressionsversuche.
Welche Normen sind für die Bodenklassifikation in Deutschland verbindlich?
Die Bodenansprache im Feld erfolgt nach DIN EN ISO 14688-1, die ingenieurgeologische Klassifikation nach DIN 18196. Für die Probennahme gilt DIN EN ISO 22475-1 in Verbindung mit DIN 4020. Die Laborversuche werden nach der DIN EN ISO 17892-Reihe durchgeführt (Teil 1: Wassergehalt, Teil 4: Korngrößenverteilung, Teil 7: Rahmenscherversuch, Teil 8: Triaxialversuch). Das Geotechnische Gutachten folgt den Anforderungen des Eurocode 7 (DIN EN 1997-2) und der ergänzenden DIN 4020.