Auf einer Baustelle am Leipziger Stadtrand, unweit des Cospudener Sees, fiel die Entscheidung für eine Schürfgrube, bevor die ersten Baggerschaufeln ansetzten. Der Grund: das Baugrundgutachten von 1998 erwähnte heterogene Auffüllungen aus der Bergbaufolgelandschaft, und die neue Gründung verlangte Klarheit über Schichtgrenzen und Bodengruppen. Eine Schürfgrube liefert genau das: eine offene Baugrube, aus der das geotechnische Team gestörte und ungestörte Proben entnimmt, Schichten im cm-Bereich aufmisst und den Boden direkt anspricht. Anders als eine reine Bohrung zeigt die Grube das wahre Gefüge — Schichtneigungen, Verzahnungen, Steinanteile. Wer in Leipzig auf pleistozänen Sanden, Geschiebemergel oder den fluviatilen Ablagerungen der Weißen Elster gründet, gewinnt mit dieser Aufschlusstechnik belastbare Kennwerte für das Korngrößenanalyse-Labor und die spätere Gründungsempfehlung.
Eine Schürfgrube zeigt das Baugrundprofil nicht als Vermutung, sondern als messbare Wand — Schicht für Schicht dokumentiert nach DIN EN ISO 22475-1.
Arbeitsumfang in Leipzig

Lokale geotechnische Bedingungen in Leipzig
Zwischen einem Grundstück in Gohlis mit tragfähigem Geschiebemergel ab 1,8 m Tiefe und einer Fläche in Lindenau, wo mächtige Auelehm-Schichten auf Kies lagern, liegen geotechnisch Welten — trotzdem plant mancher Bauherr beide nach derselben Standardannahme. Die Aue der Weißen Elster hat in Altwest eine wechselhafte Sedimentationsgeschichte: Torfe, Mudden, anthropogene Auffüllungen aus der Gründerzeit. Ohne Schürfgrube bleiben diese Wechsellagerungen unsichtbar, und die Gefahr von ungleichen Setzungen steigt. Eine Grube von drei Metern Länge legt offen, ob unter dem Mutterboden tragfähiger Sand ansteht oder organische Schichten, die nach DIN 1054 als nicht ausreichend tragfähig einzustufen sind. Der Ingenieur entscheidet anhand des Profils, ob ein Fundamente-Bodenaustausch nötig wird oder ob die vorhandenen Sande mit einer elastisch gebetteten Bodenplatte ausreichen. In der Leipziger Tieflandsbucht mit ihren wechselnden Lockergesteinsabfolgen ist die Schürfgrube das Instrument, das Überraschungen während des Aushubs verhindert.
Unsere Leistungen
Jede Schürfgrube in Leipzig wird durch das Team als eigenständiger Aufschluss geplant und dokumentiert. Die Auswertung verknüpft den Feldbefund mit den Laborergebnissen zu einem vollständigen Baugrundmodell.
Schürfgrube mit Beprobung
Maschineller Aushub bis 4,5 m Tiefe, Abstechung der Profilwand, Entnahme gestörter und ungestörter Proben je Schicht. Schichtenverzeichnis und Fotodokumentation vor Ort.
Laborversuche nach DIN
Korngrößenverteilung nach DIN 18123, Wassergehalt nach DIN 18121, Konsistenzgrenzen nach DIN 18122. Alle Versuche im hauseigenen Labor mit kurzer Durchlaufzeit.
Plattendruckversuch auf Grubensohle
Statischer Lastplattendruckversuch nach DIN 18134 direkt auf der Sohle. Ermittlung von Ev1, Ev2 und Verhältniswert für den Erdplaner.
Häufige Fragen
Was kostet eine Schürfgrube in Leipzig?
Die Kosten für eine maschinelle Schürfgrube mit Profilaufnahme und Probenentnahme liegen in Leipzig meist zwischen €510 und €730, abhängig von Tiefe, Zugänglichkeit und Anzahl der beprobten Horizonte. In dieser Spanne sind Anfahrt, Aushub, Dokumentation und der Transport der Proben ins Labor enthalten.
Bis zu welcher Tiefe kann eine Schürfgrube im Leipziger Boden ausgeführt werden?
In Leipzig erreichen wir mit der Schürfgrube typischerweise 3,0 bis 4,5 m Tiefe. Die Endtiefe hängt vom anstehenden Boden ab: In rolligen Kiesen ist bei 3 m mit senkrechter Wand Schluss, während bindiger Geschiebemergel oder Auelehm auch tiefere Aufschlüsse erlaubt. Bei größeren Tiefen kombinieren wir die Grube mit einer ergänzenden Kleinbohrung vom Grubenboden aus.
Wie werden die Proben aus der Schürfgrube weiterverarbeitet?
Die entnommenen Proben werden sofort in Folienbeutel oder Ausstechzylinder verpackt und ins Labor transportiert. Dort bestimmen wir die Korngrößenverteilung nach DIN 18123, den natürlichen Wassergehalt und falls nötig die Zustandsgrenzen. Ungestörte Proben aus bindigen Schichten können zusätzlich im Triaxialversuch auf Scherfestigkeit geprüft werden, um die Tragfähigkeit für die Gründung zu berechnen.