Leipzig liegt mit 113 m ü. NHN auf mächtigen känozoischen Lockersedimenten, die durch den ehemaligen Braunkohlebergbau und die Flussdynamik der Weißen Elster geprägt wurden. Bei einem Bemessungserdbeben nach DIN EN 1998-1/NA für die Erdbebenzone 1 mit Untergrundklasse C können wassergesättigte Feinsande in Tiefen zwischen 3 und 12 m ein Verflüssigungspotenzial entwickeln. Unsere Bodenverflüssigungsanalyse kombiniert die zyklische Triaxialprüfung nach DIN 18137-2 mit in-situ CPT-Messungen, um den Porenwasserüberdruckaufbau direkt zu quantifizieren. In Bohrprofilen nahe der Auwaldzone haben wir in den letzten Projekten wiederholt locker gelagerte Talsande mit einem Spitzenreibungswiderstand qc unter 5 MPa identifiziert. Die Auswertung erfolgt über den normierten Sicherheitsfaktor FSL nach Seed & Idriss, ergänzt durch eine Post-Shaking-Setzungsberechnung nach Zhang. Bei Überschreitung der Grenzwerte planen wir Bodenverbesserungen ein, oft mittels Rüttelverdichtung oder Injektionen.
Ein Skempton-B-Wert über 0,95 ist die zwingende Voraussetzung für aussagekräftige zyklische Triaxialversuche an wassergesättigten Feinsanden.
Arbeitsumfang in Leipzig

Demonstration video
Lokale geotechnische Bedingungen in Leipzig
Bei der Erweiterung eines sechsgeschossigen Wohnblocks im Leipziger Westen stießen wir unter einer 2,5 m mächtigen Auelehmdecke auf eine Wechsellagerung aus enggestuften Mittelsanden und schluffigen Feinsanden. Die Grundwasseroberfläche lag bei nur 1,9 m unter GOK. Die zyklischen Triaxialversuche ergaben ein Porenwasserüberdruckverhältnis ru von 0,85 bereits nach 15 Lastzyklen bei einem CSR von 0,25 – der Boden zeigte ein ausgeprägtes Flow-Liquefaction-Verhalten. Die numerische Analyse prognostizierte Setzungen von bis zu 12 cm unter dem Fundamentraster. Ein konventioneller Plattengründung hätte die Gebrauchstauglichkeit gefährdet. Wir entschieden uns für eine Tiefenverdichtung mittels Rütteldruckverfahren und verifizierten den Erfolg mit Post-Treatment-CPTs, die einen Spitzenwiderstand qc über 12 MPa bestätigten. Ohne diese Voruntersuchung wäre das Schadensrisiko unkalkulierbar gewesen.
Unsere Leistungen
Unsere Verflüssigungsanalyse in Leipzig umfasst Feld- und Labormethoden, die streng nach dem Eurocode 8-Paket und den zugehörigen DIN-Normen durchgeführt werden. Jede Untersuchung schließt mit einem standspezifischen Bericht ab, der den Sicherheitsfaktor FSL, die zu erwartenden Setzungen und Empfehlungen für eine gegebenenfalls erforderliche Baugrundverbesserung enthält.
Zyklischer Triaxialversuch mit Porenwasserdruckmessung
Lastgesteuerte Versuche nach DIN 18137-2 zur Bestimmung der Verflüssigungsneigung unter seismischer Einwirkung. Mit Aufzeichnung der doppelten axialen Dehnung und des Porenwasserdruckverhältnisses ru bei CSR-Werten zwischen 0,15 und 0,40.
CPT-gestützte Verflüssigungsbewertung
In-situ-Messung des Spitzenwiderstands qc und der Reibung fs mit piezocone nach DIN EN ISO 22476-1. Auswertung nach Seed & Idriss (1985) mit Korrekturfaktoren für Feinkornanteil und Überlagerungsdruck inklusive Post-Liquefaction-Setzungsberechnung.
Häufige Fragen
Welche Bodenarten in Leipzig gelten als verflüssigungsgefährdet?
In Leipzig sind vor allem die holozänen Talsande und pleistozänen Schmelzwassersande der Weißen Elster und ihrer Nebenflüsse kritisch. Entscheidend ist ein Feinkornanteil unter 15 %, eine Ungleichförmigkeitszahl Cu < 3 und eine relative Lagerungsdichte unter 60 %. Die Korngrößenanalyse zeigt meist enggestufte Mittelsande mit d50 zwischen 0,2 und 0,6 mm.
Welche Normen schreiben eine Verflüssigungsanalyse vor?
In Deutschland regelt die DIN EN 1998-5:2010-12 in Verbindung mit dem Nationalen Anhang DIN EN 1998-1/NA:2011-01 die Bewertung der seismischen Einwirkung auf den Baugrund. Die Versuchsdurchführung selbst ist in der DIN 18137-2 (Zyklischer Triaxialversuch) und der DIN EN ISO 22476-1 (CPT) standardisiert.
Mit welchen Kosten muss ich für eine Bodenverflüssigungsanalyse in Leipzig rechnen?
Die Kosten für eine vollständige Analyse mit CPT-Felderkundung und zyklischen Laborversuchen liegen in Leipzig je nach Aufschlusstiefe und Probenanzahl zwischen €2.500 und €4.280. Der Preis variiert mit der erforderlichen Anzahl an Triaxialversuchen und dem Zugang zum Baufeld.
Wie wird ein verflüssigungsgefährdeter Boden verbessert?
Bei der Rütteldruckverdichtung werden Tiefenrüttler in einem Raster von 2 bis 3 m eingebracht, die den Sand durch horizontale Schwingungen in einen dichteren Zustand überführen. Die Erfolgskontrolle erfolgt mit Post-Treatment-CPTs, wobei ein Spitzenwiderstand qc über 10 MPa angestrebt wird. Alternativ kann eine Injektion mit Feinstbindemittel eingesetzt werden, wenn die Zugänglichkeit eingeschränkt ist.