Leipzigs Untergrund ist ein geologisches Mosaik aus mächtigen pleistozänen Lockersedimenten, durchzogen von eiszeitlichen Rinnen und flächigen Auelehmdecken der Weißen Elster und Pleiße. Genau diese Wechsellagerung aus bindigen Deckschichten und rolligen Kies-Sand-Komplexen macht eine differenzierte Baugrundvorhersage mit rein mechanischen Aufschlüssen oft lückenhaft. Die Vertikale Elektrische Sondierung (VES) setzt hier an: Sie misst den spezifischen elektrischen Widerstand des Untergrundes in Tiefen bis über 50 Meter und kartiert so Übergänge zwischen Ton, Schluff, Sand und grundwasserführenden Kiesen, ohne den Boden zu stören. Diese geophysikalische Fernerkundung liefert dem Tragwerksplaner die fehlenden Puzzleteile zwischen den Bohrpunkten und ist in Leipzigs Auenlandschaft besonders wertvoll, um Setzungsmulden frühzeitig zu erkennen und die Tiefenlage tragfähiger Schichten präzise zu modellieren.
Die VES-Sondierung übersetzt elektrische Widerstandskontraste in ein Tiefenmodell des Baugrunds – eine zerstörungsfreie Methode, die den Horizont zwischen Bohrprofilen auflöst.
Arbeitsumfang in Leipzig

Lokale geotechnische Bedingungen in Leipzig
Ein klassischer Fehler in der Leipziger Baupraxis ist die Annahme, dass zwei bis drei Rammkernsondierungen ein durchgängiges Schichtbild liefern – und dann steht der Bagger in einer nicht erkannten pleistozänen Rinne mit plötzlich abtauchendem Kieshorizont und völlig veränderten Bettungsmoduln. Die VES-Sondierung schließt diese räumliche Lücke, denn sie detektiert laterale Fazieswechsel und Rinnenstrukturen als markante Widerstandsanomalien, die kein punktueller Aufschluss allein zeigt. Wird diese elektrische Fernerkundung unterlassen, drohen Fehleinschätzungen bei der Gründungstiefe von Einzelfundamenten oder eine unzureichend dimensionierte Baugrubenumschließung, weil der tatsächliche Schichtaufbau zwischen den Bohrpunkten interpoliert statt gemessen wurde. In den grundwassernahen Auenbereichen der Elster-Luppe-Aue führt das schnell zu unerwarteten Vernässungen, Auftriebsproblemen oder Setzungsdifferenzen, die im Nachhinein nur mit teuren Nachverdichtungen oder Bodenaustausch zu beheben sind.
Unsere Leistungen
Unsere geoelektrischen Messkampagnen in Leipzig kombinieren die Feldmessung mit der laborseitigen Kalibrierung anhand von Bodenproben, um belastbare Inversionsmodelle zu erhalten:
VES-Tiefensondierung (Schlumberger-Anordnung)
Klassische 1D-Widerstandssondierung mit schrittweise gespreizter Elektrodenauslage für Tiefen bis 50 m. Ideal zur Erkundung von Schichtgrenzen, Grundwasserstauern und zur Kalibrierung von Baugrundmodellen in Leipziger Lockergesteinsprofilen.
Geoelektrische Horizontkartierung
Flächige Aufnahme des scheinbaren Widerstands zur Kartierung von Rinnenstrukturen, Auelehmdecken und anthropogenen Verfüllungen. Ergebnis sind Isobarenpläne und Tiefenlinienpläne, die die Bohrpunktdaten räumlich interpolieren.
Kombinierte VES-CPT-Kalibrierung
Abgleich der VES-Inversionsmodelle mit Spitzendrucksondierungen (CPT) oder Rammsondierungen (DPH), um die petrophysikalische Beziehung zwischen Widerstand und Lagerungsdichte für den Leipziger Quartärkomplex standortspezifisch zu eichen.
Häufige Fragen
Was kostet eine VES-Sondierung in Leipzig?
Die Kosten für eine VES-Tiefensondierung mit Schlumberger-Anordnung und anschließender 1D-Inversion liegen in Leipzig je nach Auslageweite, Zugänglichkeit und erforderlicher Kalibrierung im Bereich von 600 bis 840 Euro netto pro Sondierpunkt. Größere Messkampagnen mit mehreren Profilen und flächiger Kartierung werden nach Aufwand kalkuliert.
Welche Tiefen erreicht eine VES-Messung im Leipziger Lockergestein?
Die maximale Erkundungstiefe hängt von der maximalen Elektrodenauslage (AB/2) und dem Schichtwiderstand ab. In den sandig-kiesigen Quartärprofilen Leipzigs erreichen wir mit üblichen Auslagen von 50 bis 100 m AB/2 Sondiertiefen von 25 bis 50 m unter Geländeoberkante. In bindigen Deckschichten mit geringem Widerstand kann die Eindringtiefe etwas reduziert sein.
Wie zuverlässig ist die VES bei der Trennung von Auelehm und Terrassenkies?
Die Trennung gelingt in der Regel sehr gut, weil der Auelehm als bindiges, tonig-schluffiges Sediment spezifische Widerstände zwischen 10 und 30 Ωm zeigt, während der wassergesättigte Terrassenkies Werte zwischen 80 und 300 Ωm liefert. Der Kontrast ist also markant, vorausgesetzt, das Porenwasser ist nicht durch anthropogene Einträge ionisch belastet. Eine Kalibrierung an Bohraufschlüssen oder Rammsondierungen erhöht die Trennschärfe zusätzlich.
Welche Normen sind für die geoelektrische Baugrunderkundung maßgebend?
Die Erkundung selbst folgt den Anforderungen der DIN 4020 für geotechnische Untersuchungen sowie den Vorgaben des Eurocode 7 (DIN EN 1997-2) zur Baugrunderkundung. Die Auswertung der Widerstandsdaten orientiert sich an der DIN 18127 und dem DGZfP-Merkblatt B12 für geoelektrische Verfahren. Die Inversionsergebnisse werden stets mit direkten Aufschlussdaten kalibriert, um den Anforderungen der Tragwerksplanung zu genügen. Mehr Info.