Ein zu pauschal angesetzter Oberbau auf Leipzigs kohäsiven Aueböden führt schnell zu Spurrinnen noch vor der ersten Hauptuntersuchung. Der Fehler liegt selten im Asphalt selbst, sondern in der unzureichend erkundeten Tragfähigkeit des Planums. In Gohlis oder Stötteritz reichen die quartären Kiesschichten oft nah an die Oberfläche, während im Leipziger Westen und entlang der Weißen Elster mächtige Auelehmpakete mit steifer bis weicher Konsistenz dominieren. Die Bemessung flexibler Fahrbahnen muss diese Wechsel auf kurzer Distanz abbilden. Unser Labor liefert dafür die bodenmechanischen Kennwerte, die der RStO 12 standhalten: Verformungsmodul, CBR-Wert und Frostempfindlichkeitsklasse. Gerade bei Erschließungsträgern in Plagwitz, wo historische Auffüllungen den Untergrund prägen, kombinieren wir die Asphaltbemessung mit einer vorgeschalteten Rüttelverdichtung zur Homogenisierung des Unterbaus, bevor die erste Tragschicht aufgebaut wird.
Leipzigs quartäre Rinnenfüllungen verlangen eine frostsichere Mehrschichtbemessung, die Lastverteilung und kapillaren Wasseraufstieg simultan berücksichtigt.
Arbeitsumfang in Leipzig

Lokale geotechnische Bedingungen in Leipzig
Die quartären Flussablagerungen der Weißen Elster und Pleiße haben im Leipziger Stadtgebiet ein verzweigtes System von Rinnen und Terrassenkörpern geschaffen. Darin liegen geringmächtige Sandlinsen unvermittelt neben meterdicken, setzungsempfindlichen Auelehmen mit organischen Beimengungen. Eine Bemessung flexibler Fahrbahnen ohne Kenntnis dieser geologischen Heterogenität riskiert differenzielle Setzungen und Kantenabrisse im Asphalt. Besonders tückisch sind die wechselnden Grundwasserstände: Bei Hochwasserereignissen, die im Leipziger Auwald regelmäßig auftreten, kann die freie Sickerstrecke unter dem Planum auf null abfallen. Ohne eine kapillarbrechende Frostschutzschicht mit abgestuftem Kornaufbau dringt Wasser in die gebundenen Schichten ein und zerstört das Bindemittelgerüst durch Frost-Tau-Wechsel. Die RStO 12 fordert für Frosteinwirkungszone II Mehr- oder Mindestdicken, die wir auf Basis der örtlichen Körnungslinie und Durchlässigkeitsbeiwerte exakt nachweisen.
Unsere Leistungen
Unser geotechnisches Labor ist nach DIN EN ISO/IEC 17025 für bodenmechanische Prüfungen akkreditiert und begleitet die Bemessung flexibler Fahrbahnen von der Vorerkundung bis zur Kontrollprüfung. Für Leipzigs heterogene Quartärgeologie bieten wir folgende Prüf- und Beratungsschritte:
Baugrunderkundung für Verkehrsflächen
Rammkernsondierungen und schwere Rammsondierungen entlang der Trasse zur Aufnahme des Schichtenprofils und Ableitung der Tragfähigkeitsklassen.
Bodenmechanische Laborversuche
Bestimmung von Kornverteilung, Konsistenzgrenzen, CBR-Wert und Frostempfindlichkeitsklasse gemäß ZTV E-StB 17.
Plattendruckversuche auf dem Planum
Statische und dynamische Lastplattenversuche (EV2/EVd) zur Verifikation des Verdichtungsgrads und der Tragfähigkeit vor Asphalteinbau.
Rechnerische Dimensionierung nach RDO
Ermittlung der erforderlichen Asphalt- und Tragschichtdicken auf Basis von Steifemoduln, Querdehnzahlen und Ermüdungsfunktionen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Bemessung flexibler Fahrbahnen für eine Erschließungsstraße in Leipzig?
Der Aufwand hängt von Trassenlänge und Untergrundkomplexität ab. Für die Kombination aus Baugrunderkundung, Laborversuchen und rechnerischer Dimensionierung liegt der typische Projektrahmen zwischen «€1.410 und €5.190» bei üblichen Erschließungslängen. Genaue Angebote erstellen wir nach Einsicht in den Lageplan und die geplante Belastungsklasse.
Muss bei Aueböden immer ein Bodenaustausch erfolgen?
Nicht zwingend. Bei steifen Auelehmen mit CBR-Werten über 5 % und ausreichendem Grundwasserflurabstand kann eine qualifizierte Bodenverbesserung mit Bindemitteln den Austausch ersetzen. Entscheidend ist der frostsichere Oberbau nach RStO, dessen Mindestdicke wir aus Frosteinwirkungszone II und der örtlichen Körnungslinie ableiten.
Welche Verkehrsbelastung setzen Sie für die Dimensionierung an?
Wir orientieren uns an der Belastungsklasse gemäß RStO 12, die von Bk0,3 für Wohnwege bis Bk100 für Schwerverkehrsflächen reicht. Die dimensionierungsrelevante Beanspruchung B leiten wir aus der 30-jährigen Prognose des Schwerverkehrsanteils ab, die der Auftraggeber beibringt oder wir anhand vergleichbarer Leipziger Projekte abschätzen.
Wie lange dauert die Bearbeitung von der Erkundung bis zum Bericht?
Felduntersuchungen sind bei normaler Witterung in 1–2 Tagen abgeschlossen. Die bodenmechanischen Laborversuche benötigen je nach Probenumfang 5–8 Werktage, da wir die Konsistenzgrenzen und CBR-Werte unter Normklima prüfen. Der Prüfbericht mit Dimensionierungsempfehlung liegt dann innerhalb von 10 Werktagen nach Feldabschluss vor.