Leipzigs Untergrund ist ein geotechnisches Geschichtsbuch. Die pleistozänen Schmelzwasser der Saale-Eiszeit haben mächtige Sand- und Kiesterrassen hinterlassen, auf denen das mittelalterliche Leipzig wuchs. Aber dazwischen liegen überall Geschiebemergel und Auelehme – ein Flickenteppich, den man bei jedem Bauvorhaben erst lesen lernen muss. Eine saubere Korngrößenanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 ist dafür der erste und wichtigste Schritt, denn ohne das Kornspektrum zu kennen, tappt man bei der Wahl des Gründungskonzepts im Dunkeln. Wir führen im Labor die kombinierte Siebung und Aräometeranalyse durch, wenn der Feinkornanteil es erfordert, und das immer kalibriert, reproduzierbar und mit einem Blick für die regionalen Eigenheiten des Leipziger Baugrunds. Ergänzend zur Laborarbeit bewährt sich vor Ort die SPT-Bohrung, um die Lagerungsdichte der anstehenden Sande direkt im Profil anzusprechen.
Die Körnungslinie ist mehr als eine Kurve – sie entscheidet über Verdichtbarkeit, Frostempfindlichkeit und Filterstabilität des gesamten Aushubmaterials.
Arbeitsumfang in Leipzig
- Siebsatz: 63 mm bis 0,063 mm nach DIN ISO 3310-1, inklusive Fein- und Grobsiebung
- Aräometer: Cassagrande-Typ, Messbereich 0,063 mm bis 0,001 mm, Temperaturkorrektur in Echtzeit
- Probenvorbereitung: Lufttrocknung, Viertelteilung nach DIN 18123, Nassabtrennung bei feinkornreichen Proben
- Auswertung: Körnungslinie mit Cu, Cc, d10/d30/d60, Klassifikation nach DIN 18196 und DIN EN ISO 14688
- Qualitätssicherung: Labor unterliegt der DIN EN ISO/IEC 17025; jede Charge mit Referenzmaterial gegengeprüft

Lokale geotechnische Bedingungen in Leipzig
Die DIN 4020 fordert für jedes Bauwerk eine geotechnische Kategorie, und die leitet sich in Leipzig oft direkt aus der Korngrößenverteilung ab. Gerade im Stadtbezirk Mitte, wo mächtige Auelehme unter geringmächtigen Sandlinsen lagern, entscheidet der Feinkornanteil darüber, ob ein Boden als setzungsempfindlich oder tragfähig gilt. Wer hier auf eine reine Siebung setzt und die Aräometeranalyse weglässt, überschätzt den Reibungswinkel systematisch – mit der Folge, dass die zulässige Bodenpressung zu hoch angesetzt wird. Bei Hochwassergefährdung durch die Weiße Elster und ihre Nebenläufe kann zudem Suffosion auftreten, wenn die Filterregel nach Terzaghi nicht eingehalten wird. Die Körnungslinie liefert die nötigen d15/d85-Werte, um das Risiko zuverlässig zu bewerten. Ein belastbares Korngrößendiagramm ist in Leipzig also kein nice-to-have, sondern die Basis jeder standsicheren Gründung.
Unsere Leistungen
Unser Labor in der Region Leipzig bietet das komplette Programm der granulometrischen Charakterisierung – ob für klassischen Hochbau, Verkehrswegebau oder spezielle Tiefbauprojekte. Jede Analyse wird auf die Fragestellung zugeschnitten.
Kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse
Standardprogramm für bindige und gemischtkörnige Böden. Siebung von 63 mm bis 0,063 mm, Aräometermessung bis in den Tonbereich. Inklusive Körnungslinie, Cu/Cc und Klassifikation nach DIN 18196.
Reine Siebanalyse für grobkörnige Böden
Für Sande und Kiese aus den Leipziger Terrassensedimenten. Trocken- und Nasssiebung mit vollem Siebsatz, Bestimmung der Ungleichförmigkeitszahl und des Krümmungsbeiwerts. Schnelle Lieferzeit von 2–3 Tagen.
Frostempfindlichkeitsbewertung nach ZTV E-StB
Klassifikation in F1-, F2- und F3-Böden anhand des Feinkornanteils <0,063 mm. Relevant für Straßen- und Wegebau auf den lehmigen Substraten im Leipziger Nordraum.
Filterstabilitätsnachweis nach Terzaghi
Ableitung der geometrischen Filterkriterien aus d15/d85-Verhältnissen. Wichtig bei Dränageplanung und Baugrubenwasserhaltung im grundwassernahen Leipziger Auebereich.
Häufige Fragen
Was kostet eine Korngrößenanalyse (Siebung + Hydrometer) in Leipzig?
Für die kombinierte Sieb- und Aräometeranalyse inklusive Körnungslinie und Bodenklassifikation nach DIN liegt der Preis typischerweise zwischen €100 und €160 netto pro Probe. Die reine Siebanalyse ohne Hydrometer ist etwas günstiger. Wenn mehrere Proben aus einer Bohrkampagne kommen, erstellen wir gern ein Staffelangebot.
Wann reicht eine reine Siebanalyse und wann brauche ich das Aräometer?
Sobald der Feinkornanteil <0,063 mm optisch über etwa 5–10% liegt, verlangt DIN EN ISO 17892-4 die kombinierte Analyse. In Leipzig betrifft das fast alle Auelehme und Geschiebemergel. Die Aräometeranalyse trennt Schluff von Ton – und genau diese Unterscheidung ist entscheidend für die Kohäsion, die Frostempfindlichkeit und den Durchlässigkeitsbeiwert.
Wie lange dauert eine Korngrößenanalyse im Labor?
Die reine Siebanalyse ist in 2 bis 3 Werktagen abgeschlossen. Mit Aräometer verlängert sich die Bearbeitungszeit auf 3 bis 5 Werktage, weil die Sedimentationsversuche temperaturgeführt über mehrere Stunden laufen müssen. Bei Eilbedarf sprechen Sie uns an – wir finden eine Lösung, ohne die Qualität zu gefährden. Mehr Info.