In Leipzig sehen wir im Labor immer wieder, dass die oberflächennahen Auelehmschichten und die darunter liegenden pleistozänen Kiese und Sande eine sorgfältige Bemessung erzwingen. Wer hier mit pauschalen Tabellenwerten arbeitet, riskiert unerwartete Setzungen oder unterschätzt die Mantelreibung in den quartären Kiesschichten. Die Pfahlgründungsbemessung muss die Wechsellagerung von bindigen und rolligen Böden abbilden, die für die Leipziger Tieflandsbucht typisch ist. Unser Team führt die erforderlichen Labor- und Feldversuche durch, um die charakteristischen Bodenkennwerte für den Nachweis der äußeren und inneren Tragfähigkeit nach EC 7-1 und DIN 1054 zu ermitteln. Ergänzend zur Bemessung setzen wir bei heterogenem Baugrund die Korngrößenanalyse ein, um die Filterstabilität im Pfahlumfeld zu beurteilen, und greifen auf den CPT-Versuch zurück, wenn ein lückenloses Profil des Spitzendrucks und der lokalen Mantelreibung entlang des Pfahlschafts gefordert ist. So entsteht ein realistisches Last-Setzungs-Modell, das den tatsächlichen Leipziger Untergrundverhältnissen entspricht.
Die Kombination aus CPT-Sondierung und Triaxialversuch liefert die Eingangsgrößen, um die Pfahltragfähigkeit in der Leipziger Tieflandsbucht auf wenige Millimeter Setzung genau vorherzusagen.
Arbeitsumfang in Leipzig

Lokale geotechnische Bedingungen in Leipzig
Die geologischen Bedingungen unterscheiden sich zwischen dem Leipziger Nordraum und dem Südwesten erheblich. Während im Norden, etwa in Mockau oder Schönefeld, mächtige Sandlinsen eine hohe Mantelreibung bieten, dominieren im Südwesten um Markkleeberg herum tertiäre Tone mit geringerer Durchlässigkeit. Wird die Pfahlgründungsbemessung allein auf Erfahrungswerten aus dem Norden gestützt, kann die Tragfähigkeit im Tonstein überschätzt werden. Die größte Gefahr in der Leipziger Gründungspraxis ist das Durchstanzen des Pfahlfußes in eine weiche Tonschicht unter der tragenden Kiessohle. Unser Labor prüft deshalb jede Wechsellagerung auf ihre Konsistenz und ermittelt die undränierte Scherfestigkeit cu im Flügelscherversuch. Ein weiteres Risiko stellt der schwankende Grundwasserspiegel in der Pleiße-Aue dar, der die effektiven Spannungen im Pfahlumfeld verändert und Auftriebskräfte erzeugt, die im Nachweis der Lagesicherheit nach DIN 1054 zu berücksichtigen sind.
Unsere Leistungen
Neben der Berechnung der Pfahltragfähigkeit umfasst unser Leistungsspektrum die begleitende Baugrunderkundung und Qualitätssicherung während der Herstellung:
Pfahlprobebelastung und Integritätsprüfung
Wir führen statische und dynamische Probebelastungen durch, um die rechnerische Bemessung zu validieren. Die Low-Strain-Integritätsprüfung deckt Querschnittsänderungen oder Fehlstellen im frisch betonierten Ortbetonpfahl auf.
Laborversuche für Pfahlparameter
Bestimmung von Reibungswinkel, Kohäsion und Steifemodul im Triaxialgerät und Ödometer. Besonders wichtig für die Mantelreibung in den Leipziger Kiessanden und die Spitzendruckermittlung im Geschiebemergel.
Setzungsmonitoring und Beweissicherung
Geodätische Überwachung der Pfahlkopfsetzung während der Bauphase und im Endzustand. In Leipzig relevant bei Gründungen neben historischer Bausubstanz, um Setzungsdifferenzen zu Nachbargebäuden zu dokumentieren.
Häufige Fragen
Welche Bodenkennwerte benötigen Sie für die Pfahlgründungsbemessung in Leipzig?
Wir brauchen die Wichte, den effektiven Reibungswinkel φ' und die Kohäsion c' aus dem dränierten Triaxialversuch für die rolligen Schichten sowie die undränierte Scherfestigkeit cu für die Auelehme. Zusätzlich die Steifemoduln aus dem Ödometer für jede Schicht, um die Last-Setzungs-Kurve zu berechnen.
Wie wird die negative Mantelreibung in den Leipziger Auelehmen berücksichtigt?
Die negative Mantelreibung entsteht, wenn sich der weiche Auelehm setzt und am Pfahlschaft 'hängt'. Nach EB 104 der DGGT setzen wir die maximale negative Mantelreibung mit der undränierten Kohäsion an. In Leipzig beträgt die Auelehm-Mächtigkeit oft 2 bis 4 Meter, was zu einer zusätzlichen Last führen kann, die in der Bemessung als Einwirkung anzusetzen ist.
Können Sie Bohrpfähle auch im Grundwasser der Pleiße-Aue bemessen?
Ja, das ist der Standardfall in Leipzig. Wir berücksichtigen die Auftriebskräfte und die Porenwasserdruckverhältnisse im Nachweis der Lagesicherheit nach DIN 1054. Der Korrosionsschutz von Stahlpfählen wird nach EC3-5 bemessen, und die Herstellung erfolgt meist als verrohrte Bohrung, um den Grundwasserzutritt zu beherrschen.
Mit welchen Kosten muss ich für die Pfahlgründungsbemessung in Leipzig rechnen?
Für die vollständige Pfahlgründungsbemessung einschließlich der erforderlichen Laborversuche und des statischen Nachweises liegen die Kosten je nach Umfang und Pfahlanzahl zwischen €1.320 und €6.370.
Was ist der Unterschied zwischen Erfahrungswerten und Probebelastungen für die Bemessung?
Die DIN 1054 erlaubt die Bemessung über Erfahrungswerte für Pfahlwiderstände, die durch Drucksondierungen kalibriert werden. Das ist wirtschaftlicher. Wenn die Baugrundverhältnisse sehr ungleichmäßig sind oder hohe Lasten abgetragen werden, ist eine statische Probebelastung sicherer, weil sie die tatsächliche Grenztragfähigkeit am Standort Leipzig direkt misst.