Leipzigs geologischer Untergrund täuscht gern. Unter dem flachen Schwemmland der Weißen Elster und Pleiße verbergen sich mächtige Auelehm-Schichten, die als Baugrund alles andere als harmlos sind. Wer in den Gründerzeitvierteln oder entlang der ehemaligen Braunkohle-Tagebaukanten plant, braucht ein Bild vom Untergrund, das weiter reicht als punktuelle Aufschlüsse. Genau hier setzt die seismische Tomographie an: Wir schicken Scher- und Kompressionswellen durch den Boden und empfangen an Geophonketten jene Signale, die Laufzeitunterschiede in tertiären Sanden, glazialen Kiesen oder Geschiebemergel offenlegen. In Leipzig mit seinen rund 600.000 Einwohnern und einer schwankenden Grundwassersituation ist das Wissen um Schichtgeschwindigkeiten entscheidend – nicht nur für die Standsicherheit, sondern auch für eine wirtschaftliche Gründung. Die seismische Tomographie kombiniert dabei Refraktions- und Reflexionsverfahren, sodass wir sowohl flache Verwitterungszonen als auch tiefer liegende Störungen auflösen, lange bevor die erste Baggerschaufel ansetzt.
Die seismische Tomographie löst in Leipzig die Grenze zwischen quartären Lockersedimenten und präquartärem Festgestein auf – selbst dort, wo glazigene Rinnen die Schichtfolge zerschneiden.
Arbeitsumfang in Leipzig

Lokale geotechnische Bedingungen in Leipzig
Das Geophon-Auslagefeld erstreckt sich über 70 bis 120 Meter und zeichnet an jeder Station die Ankunftszeiten der Wellenfronten auf. In Leipzigs urbanen Quartieren – etwa rund um den Ring oder im Waldstraßenviertel – müssen wir die Profile oft asymmetrisch auslegen, weil Straßenbahntrassen, Fernwärmeleitungen und die dichte Bebauung den Platz beschneiden. Das ist keine Schönheitsübung: Wird die seismische Tomographie zu sparsam konzipiert oder die Auslage zu kurz gewählt, verschmieren die Reflexionen aus dem tieferen Untergrund und die Grenze zum Festgestein bleibt unscharf. Ein unterschätzter Baugrundaufbau in der Auezone kann statisch teuer werden – Auelehm quillt und schrumpft, verliert bei Wasserzutritt an Tragfähigkeit und führt zu differenziellen Setzungen, die selbst biegesteife Bodenplatten überfordern. Genau deshalb dokumentieren wir jeden Schuss und jeden Stapelschritt revisionssicher und interpretieren die Laufzeitkurven immer im Abgleich mit den bohrlochgeophysikalischen Daten aus der Region, bevor eine Gründungsempfehlung auf den Tisch kommt.
Unsere Leistungen
Je nach Fragestellung und Platzverhältnissen in Leipzig kombinieren wir die seismische Tomographie mit weiteren Feld- und Laboruntersuchungen, um ein abgesichertes Baugrundmodell zu erhalten:
Refraktionsseismik für flache Baugrunderkundung
Wir kartieren Verwitterungszonen, Kiesoberkanten und die Mächtigkeit von Auffüllungen. In Leipzig besonders relevant für die Gründung von Einfamilienhäusern und Stadtvillen auf den sandigen Terrassenkörpern südlich des Clara-Zetkin-Parks.
Reflexionsseismik für tiefe Horizonte
Wir bilden die Grenze zwischen Lockersedimenten und Festgestein ab und detektieren glazigene Rinnen unterhalb des quartären Deckgebirges. Ein Verfahren, das bei Großprojekten wie Tiefgaragen oder Bürokomplexen im Leipziger Zentrum die Planungssicherheit erhöht.
Häufige Fragen
Was kostet eine seismische Tomographie in Leipzig?
Für eine seismische Tomographie (Refraktion und/oder Reflexion) in Leipzig bewegen sich die Kosten je nach Profillänge, Anzahl der Schüsse und Zugänglichkeit des Geländes typischerweise zwischen €2.410 und €5.320. Der genaue Betrag hängt davon ab, ob wir mit Hammer, Fallgewicht oder – selten – mit sprengseismischer Anregung arbeiten müssen und wie viele Auslagepunkte das Profil erfordert. Unser Angebot enthält immer eine Aufschlüsselung nach Messtag, Auswertung und Bericht, sodass Sie genau wissen, welche Leistung darin steckt.
Welche Eindringtiefe erreicht die seismische Tomographie unter Leipziger Bodenverhältnissen?
In Leipzig erreichen wir mit der Refraktionstomographie bei einer Auslage von 70 bis 120 Metern typischerweise Tiefen von 30 bis 50 Metern unter GOK – genug, um die quartären Lockersedimente vollständig zu durchteufen und die Oberkante des Tertiärs sicher zu erfassen. Die Reflexionsseismik geht deutlich tiefer und löst Horizonte in mehreren hundert Metern auf, was für Tunnel- oder Spezialtiefbauprojekte relevant ist.
Kann die seismische Tomographie in bebauten Leipziger Straßen eingesetzt werden?
Ja, das ist Alltag in Leipzig. Wir passen die Auslage dem Straßenquerschnitt an, nutzen oft den Gehweg oder den Fahrbahnrand und stimmen die Anregungsenergie so ab, dass Erschütterungen minimal bleiben. Straßenbahn- und Kfz-Verkehr erzeugen zwar seismisches Rauschen, aber mit Stacking-Verfahren und modernen Geophonen filtern wir die Nutzsignale zuverlässig heraus.
Wie lange dauert die Auswertung nach der Messung?
Die reine Feldmessung ist meist an einem Tag abgeschlossen. Die tomografische Inversion und die Interpretation der Laufzeitkurven beanspruchen in der Regel fünf bis zehn Werktage, abhängig von der Profilkomplexität und davon, ob wir Refraktions- und Reflexionsdaten gemeinsam auswerten. Sie erhalten einen Baugrundbericht mit Geschwindigkeitsmodellen, Schichtgrenzen und einer geotechnischen Einordnung nach DIN EN 1997-2. Mehr Info.